Weinkultur wie früher: Offener Wein in der Emilia-Romagna
Keine andere Region Italiens hat offenen Wein so tief in ihrer DNA verankert wie die Emilia-Romagna. Der große Glasballon im Keller oder in der Garage gehört in emilianischen und romagnolischen Haushalten praktisch zum Kulturgut: Sangiovese und Trebbiano direkt vom Winzer geholt, zu Hause selbst auf Flaschen gezogen und herrlich unkompliziert auf den Tisch gebracht. Eine echte Tradition, die die Bag in Box zeitgemäß neu interpretiert. Es ist dieselbe Philosophie des ehrlichen Weins und dieselbe gelebte Geselligkeit, nur eben ganz ohne schwere Glasbehälter, ohne mühsames Abfüllen in Eigenregie und ohne die Gefahr von Oxidation. Dank des Vakuumbeutels bleibt der Wein nach dem ersten Glas bis zu 6 Wochen lang wunderbar frisch.
Die heimischen Rebsorten der Emilia-Romagna
Die Region vereint zwei ganz unterschiedliche Weinbau-Seelen. Die Emilia, von Piacenza bis Bologna, ist das Reich der Perlweine und roten Trauben: Lambrusco in seinen zahlreichen Spielarten (Grasparossa, Sorbara, Salamino), die Bonarda aus Piacenza sowie Barbera, die seit jeher die Familientische prägen. Die Romagna hingegen, von Imola bis zur Adria, zeigt einen ganz anderen Charakter, der eher von strukturierten Stillweinen geprägt ist: der vielseitige, speisebegleitende Sangiovese di Romagna, der frische und leichte Trebbiano Romagnolo, Albana (Italiens erster Weißwein mit DOCG-Status) und die herrlich aromatische, süffige Malvasia di Candia. Die von uns ausgewählten Naturwein-Produzenten wie Crocizia, Marta Valpiani und Saccomani setzen auf heimische Rebsorten sowie eine biologische und handwerkliche Arbeitsweise mit minimalen Eingriffen.
Die Winzer unserer Auswahl
Crocizia ist ein kleiner handwerklicher Betrieb, der Malvasia di Candia Aromatica unfiltriert und rein mit wilden Hefen naturnah vinifiziert. Ihr maischevergorener Weißwein besticht durch eine kräftige, lebendige Farbe sowie einen geradlinigen, erdigen Antrunk: echte Tischweine im edelsten Sinne des Wortes. Marta Valpiani bewirtschaftet ihr zertifiziertes Bio-Weingut in den Hügeln von Faenza und bringt durch Spontangärung sowie minimalen Eingriff im Weinkeller charakterstarke Rot- und Weißweine hervor. Saccomani gilt als feste Referenz für Naturwein in der Emilia: herrlich frische Weine mit moderatem Alkoholgehalt, gekeltert aus Malvasia di Candia für die Weißen und Syrah für die Roten, geprägt von einem eigenständigen Stil, der sich in keine Schublade stecken lässt.
Food Pairing: Die besten Gerichte zu Weinen aus der Emilia-Romagna
Die Küche der Emilia-Romagna ist wohl die genussvollste und aromatischste ganz Italiens, und ihre Weine sind wie geschaffen, um sie vom ersten bis zum letzten Bissen zu begleiten. Der Sangiovese di Romagna in der Bag-in-Box ist mit seiner saftigen Frucht, der lebendigen Säure und den runden Tanninen der ideale Partner für Lasagne mit Hackfleischragù, hausgemachte Tagliatelle, Tortellini in der Brühe und herzhafte Sonntagsbraten. Weißweine aus der Romagna wie Malvasia und Albana harmonieren wunderbar mit frischer Piadina, gefüllt mit cremigem Squacquerone und Rucola, gemischten Aufschnittplatten voller Mortadella, Culatello und Coppa Piacentina oder kross frittiertem Fisch von der Adriaküste. Die maischevergorenen Weißweine von Marta Valpiani und Crocizia besitzen dank ihres sanften Tanningehalts eine für Weißweine ungewöhnliche Struktur: Sie behaupten sich mühelos neben lange gereiftem Parmigiano Reggiano und kräftigen Fleischgerichten mit intensiven Saucen. Wer die absolute Paarung nach regionaler Art sucht, liegt mit einem ehrlichen emilianischen Rotwein aus der Box zu goldbraunem Gnocco Fritto und feinen Wurstspezialitäten immer goldrichtig.